Degenhartt Consulting - Blog: Bank im Wald

Der Blog:
Wertvolle und amüsante Einblicke aus dem Alltag eines Personalberaters

Drei Trends, dich nicht auf Ihre Freigaben warten

von Dr. Stefanie Degenhartt

Neue Regularien, Fachkräftemangel, digitale Zulassungsprozesse.


Alle drei haben das Potential, Menschen in der Medizintechnik den Schweiß auf die Stirn zu treiben.

Was früher nach Zukunft klang, ist heute operative Realität und entscheidet darüber, wie schnell Innovationen tatsächlich beim Kunden ankommen und ganz häufig dauert das länger als das Projekt eigentlich geplant war.

MedTech 2026 wird nicht allein im Labor oder in RnD entschieden.

Sondern an der Schnittstelle von Regulatory, Technik, Markt und Mensch.

Dieser Artikel zeigt drei Trends, die Führungskräfte heute nicht mehr ignorieren können.

Und warum Recruiting dabei längst ein strategischer Faktor ist.

Trend 1: Regulierung wird schneller, aber dennoch nicht einfacher

 

MDR, IVDR, PMS, PMCF, digitale Audits, eQMS.

Die regulatorischen Anforderungen in der Medizintechnik nehmen nicht nur zu, sie verändern auch ihre Dynamik.

  • Anforderungen werden granularer und damit regulatorisches Wissen essentieller.
  • Nachweise umfangreicher und damit auch der Aufwand, der betrieben werden muss, um sie lückenlos zu erbringen.
  • Audits finden häufiger statt und werden datengetriebener. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, eine Abweichung zu “kassieren”.
  • Dokumentation läuft kontinuierlich und nicht, wie in der Vergangenheit, eher projektbezogen.

Das bedeutet:

Nicht mehr nur die Produktidee entscheidet über Markterfolg, sondern auch die Fähigkeit der Unternehmen, diese regulatorisch sauber und dauerhaft umzusetzen.

Dagegen steht die Realität in vielen Unternehmen:

  • Regulatory Affairs ist unterbesetzt
  • Know-how hängt an einzelnen Personen, Stichwort “Singuläres Wissen”
  • Schnittstellen zu R&D, QM und Clinical sind unklar

Und dann wundert man sich, warum Produkte verzögert auf den Markt kommen.

Spoiler

Regulatorische Exzellenz ist kein Nebenjob und sie ist selten beim Praktikanten angesiedelt.

Trend 2: Fachkräfte entscheiden schneller als Unternehmen

Der Fachkräftemangel in MedTech, Life Science und Biotech ist kein neues Thema.

Neu ist jedoch die Geschwindigkeit, mit der sich qualifizierte Talente entscheiden.

Top-Profile in:

  • Regulatory Affairs
  • Quality Management
  • Projekt- und Produktmanagement
  • Application, Service und Sales

treffen ihre Entscheidungen heute innerhalb weniger Tage, wenn nicht sogar Stunden.

Unternehmen dagegen:

  • stimmen sich intern in manchmal endlosen Schleifen ab
  • warten auf Rückmeldungen von Kolleg:innen, die krank oder in urlaub sind
  • verschieben Entscheidungen
  • verlieren Zeit

Währenddessen hat der Wettbewerb längst unterschrieben.

Das führt zu einer unbequemen Wahrheit:

Recruiting ist kein HR-Thema mehr.

Es ist Time-to-Market in Person.

Das bedeutet: Jede nicht besetzte Schlüsselrolle kostet:

  • Geschwindigkeit bei der Entwicklung
  • Qualität der Produkte
  • Marktchancen des Unternehmens
  • nicht selten: Kündigungen von Kolleg:innen wegen Überlastung

Trend 3: Digitalisierung skaliert, auch schlechte Prozesse

Digitale Zulassungsprozesse, RIM-Systeme, eQMS, automatisierte Dokumentation.

Die Tools sind da. Die Systeme auch. Und trotzdem: Digitalisierung löst kein Strukturproblem.

Sie verstärkt es.

Ein Sch..Prozess, den man digitalisiert ist ein digitaler Sch…prozess. Ganz einfach.

Wenn Prozesse klar sind:

  • beschleunigt Digitalisierung
  • erhöht Transparenz
  • reduziert Fehler
  • erleichtert die Abläufe

Wenn Prozesse unklar sind:

  • digitalisieren wir Chaos
  • skalieren Unsauberkeit
  • verlieren Kontrolle

Oder anders gesagt:

Ein schlechter Prozess bleibt schlecht, er wird nur schneller.

Und ohne die richtigen Menschen hinter den Systemen und den Prozessen wird Digitalisierung zur teuren Illusion.

Was das für CEOs und Geschäftsführer bedeutet

Erfolg oder Misserfolg in der MedTech Branche 2026 entscheidet sich nicht:

  • nur im Labor
  • nicht nur in der Produktentwicklung
  • nicht nur in der Strategie

Sondern dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen:

  • für regulatorische Sicherheit
  • für Geschwindigkeit
  • für Qualität
  • für Schnittstellen

Die entscheidende Frage lautet daher nicht:

Haben wir die richtige Strategie?“

Sondern:

„Haben wir die richtigen Menschen, um sie umzusetzen?“

Und diese Menschen:

  • sind selten aktiv auf Jobsuche
  • entscheiden schnell
  • erwarten Klarheit, Haltung und Tempo

Sie warten nicht ewig.

Recruiting als Wettbewerbsfaktor

Unternehmen, die MedTech 2026 erfolgreich gestalten wollen, brauchen:

  • klare Entscheidungsprozesse
  • realistische Anforderungsprofile
  • schnelle, wertschätzende Candidate Experience
  • Recruiting, das Menschen erreicht und nicht nur Lebensläufe schubst

Denn:

Ihre Candidate Experience ist kein Nice to have Faktor.

Sie ist ein harter Wettbewerbsvorteil.

Fazit

Die großen Herausforderungen der Medizintechnik sind bekannt:

  • Regulierung
  • Fachkräftemangel
  • Digitalisierung

Die entscheidende Variable bleibt jedoch der Mensch.

Wer heute die strategisch wichtigen Rollen falsch, zu spät oder gar nicht besetzt,

verliert morgen Geschwindigkeit, Marktanteile und Glaubwürdigkeit.

Die entscheidende Frage zum Schluss:

Welche Rolle ist bei Ihnen aktuell der größte Engpass und seit wann?

Wenn Sie das wissen, sind Sie weiter als viele andere.

📞 0160 5860063
Recruiting mit Herz, Hirn und Humor. Klingt gut? Finden wir auch.
Wir freuen uns auf Ihr Projekt.


Anmerkung:
Ich werde in meinen Texten immer nur EINE Variante des Genderns verwenden. Entweder weiblich oder männlich. Ich möchte hier der Vollständigkeit halber erwähnen, dass sich explizit immer ALLE Geschlechter angesprochen fühlen dürfen. Trotzdem oder gerade deswegen.