Degenhartt Consulting - Blog: Bank im Wald

Der Blog:
Wertvolle und amüsante Einblicke aus dem Alltag eines Personalberaters

Exzellente Fachkräfte bewerben sich selten auf langweilige Jobs

von Dr. Stefanie Degenhartt

Viele Stellenanzeigen beginnen gleich langweilig. „Wir sind ein innovatives Unternehmen…“


Gerade in MedTech, Biotech, Life Science und Labordiagnostik lesen hochqualifizierte Fachkräfte auf Jobsuche täglich Stellenanzeigen. Ihr Fazit: Kennst du eine, kennst du alle.

Und genau deshalb entscheiden Kandidaten oft innerhalb von 10 Sekunden, ob sie weiterlesen oder weiterscrollen.

Der größte Fehler in Stellenanzeigen

Was Unternehmen schreiben:

  • Unternehmensgeschichte
  • Marktposition
  • Produkte
  • Standorte

Was die Kandidaten dagegen interessiert:

„Was bedeutet dieser Job konkret für mich?“

Das Ergebnis: Langeweile bei den Jobsuchenden, weil am Thema vorbei kommuniziert.

Menschen bewerben sich nicht auf Unternehmen, sondern auf Aufgaben, Wirkung und Entwicklungsmöglichkeiten.

Die drei Fragen guter Kandidaten

Beim Lesen einer Stellenanzeige suchen die Bewerber Antworten auf mindestens drei Fragen:

  1. Was werde ich konkret tun?
  2. Warum ist diese Aufgabe wichtig?
  3. Warum sollte ich genau hier arbeiten? (Sie erinnern sich: Die Unternehmenskultur und die Werte (siehe Blog vom 18.03.2026)

Wenn diese Fragen nicht beantwortet werden, entsteht keine emotionale Verbindung. Keine Relevanz für die potentiellen neuen Mitarbeitenden.

Und ohne Verbindung entsteht selten eine Bewerbung.

Wenn ich das “echte” Leben bemühen darf: Wer mit Menschen unterwegs ist, sei es im Business oder privat, und immer nur von sich erzählt, der langweilt. Bestenfalls nur sich, aber meistens auch die anderen.

Der Perspektivwechsel

Eine gute Stellenanzeige beschreibt nicht nur Anforderungen.

Sie beschreibt eine Mission. Sie möchten ein Beispiel? Bitteschön.

Statt

„Sie sind verantwortlich für das Produktmanagement…“

besser:

„Sie sorgen dafür, dass innovative Diagnostikprodukte schneller den Weg in Kliniken und Labore finden.“

Das verändert sofort die Wahrnehmung.

Was in Stellenbeschreibungen rockt: Weniger Anforderungen, mehr Beschreibungen und Ausblicke

Eine moderne Stellenanzeige braucht keine 15 Bulletpoints.

Besser sind drei klare Bereiche:

  • Ihre Mission
  • Was Sie dafür mitbringen sollten
  • Was Sie bei uns erwartet

Kurz, präzise, authentisch.

Denn gerade in spezialisierten Branchen gilt: Top-Kandidaten erkennen sehr schnell, ob eine Anzeige ehrlich oder austauschbar ist.

Fazit

Eine gute Stellenanzeige ist kein Verwaltungsdokument.

Sie ist ein Recruiting-Werkzeug.

Und sie entscheidet oft darüber, ob ein Kandidat denkt:

„Das klingt spannend.“

Oder

„Ohne mich.“

Möchten Sie eine Stellenbeschreibung, die rockt? Lassen Sie uns reden.

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Recruiting mit Herz, Hirn und Humor. Klingt gut? Finden wir auch.
Wir freuen uns auf Ihr Projekt.


Anmerkung:
Ich werde in meinen Texten immer nur EINE Variante des Genderns verwenden. Entweder weiblich oder männlich. Ich möchte hier der Vollständigkeit halber erwähnen, dass sich explizit immer ALLE Geschlechter angesprochen fühlen dürfen. Trotzdem oder gerade deswegen.